Nagellack
Nagellacke sind kosmetische Mittel und unterliegen der Kosmetikverordnung. Ein guter Lack soll rasch trocknen, Glanz haben, gut haften, abriebfest, elastisch, streichfähig, beständig gegen Wasser und Seife und hautverträglich sein – eine ganze Reihe von Anforderungen an ein kleines Fläschchen Nagellack! Der Nagellack unserer heutigen Zeit hat seinen Ursprung 1838 in der Entdeckung von Nitrocellulose, einem Nebenprodukt eines hochexplosiven Sprengstoffes. 1916 kam der erste transparente Nagellack auf den Markt. Erst in den 20er und 30er Jahren wurden den Nagellacken Farbpigmente zugesetzt. Zusammen mit seinem Chemiker kam Charles Revlon auf die Idee, Farbe auf den Nagel zu bringen – dies war 1932 die Geburtsstunde des Kosmetikunternehmens Revlon. Die Deckkraft des Lackes war damals schon gut, nur die Haltbarkeit entsprach nicht den Wunschvorstellungen. Deshalb mussten noch viele Rezepturen modifiziert werden, um das heutige Angebot zu ermöglichen. Inzwischen ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Nagellacke nicht nur gut decken, sondern auch Nährstoffe zur Pflege des Nagels beinhalten.
Durch ständiges Öffnen und Verschließen der Flaschen entweichen Lösungsmittel. Dies führt durch den Substanzverlust zu einer Andickung. Der gleiche Prozess findet statt, wenn der Fingernagel lackiert wird. Dabei verflüchtigen sich die Lösungsmittel im freien Raum. Durch diesen Vorgang wird der Trocknungsprozess in Gang gesetzt. Hierbei gilt: Je flüchtiger die Lösungsmittel, um so schneller trocknet der Lack. Ist der Lack erst einmal dickflüssig, kann er mit einigen Tropfen Nagellackverdünner wieder streichfähig gemacht werden. Ein Lack sollte nur 2-3mal verdünnt werden. Nagellackentferner eignet sich nicht zum Verdünnen eingedickter Lacke. Farbpigmente setzen sich ab, wenn der Nagellack längere Zeit nicht benutzt wurde. Deshalb den Nagellack schütteln oder zwischen den Händen anwärmen und rollen. Die Metall-Mix-Kügelchen in der Flasche verteilen den Inhalt gleichmäßig. Ungeöffnet ist Nagellack drei Jahre haltbar.
Richtig lackieren
Bevor man lackiert ist darauf zu achten, dass die Nägel sauber, trocken und fettfrei sind. Neben dem Gewünschten Farblack, auch Unterlack, Rillenfüller, Überlack, Korrekturstift, Nagellackentferner und Schnelltrockner bereit legen. Zunächst wird ein Unterlack aufgetragen. Er sorgt für bessere Haltbarkeit, erleichtert ein gleichmäßiges Auftragen des Farblacks und schützt gleichzeitig den Nagel vor Verfärbungen durch die im Lack enthaltenen Farbpigmente. Bei der fachgerechten Lackiertechnik wird der Lack nur mit wenigen Pinselstrichen dünn aufgetragen. Dazu setzt man den Pinsel in der Mitte des Fingernagels an und zieht diesen zügig zur Spitze vor. Dann die Seiten des Nagels lackieren. Je nach Deckkraft des Farblacks, die abhängig von den Farbpigmenten ist, kann man eine zweite Schicht Nagellack auftragen. Den Abschluss bildet ein Überlack, welcher für längere Haltbarkeit und Glanz sorgt. Wird der Nagellack zu dick aufgetragen, schlägt der Nagellack Blasen, härtet nicht durch und sieht unansehnlich und streifig aus.